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Gebührenordnung entschlüsselt: Das 1x1 der Rechtsanwaltskosten

Bild Dr. jur. Stephan Seitz
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Zuletzt aktualisiert: 20. April 2024
 
Bitte beachten Sie meine rechtlichen Hinweise für diese Webseite. Keine Rechtsberatung, alle Angaben ohne Gewähr.
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Rechtsanwaltskosten können bei Rechtsstreitigkeiten eine große Belastung darstellen. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen einen einfachen Überblick über die anfallenden Rechtsanwaltskosten und die Nutzung meines Prozesskostenrechners geben. Ich werde die Grundlagen der Kostenstrukturen, einschließlich der Gebührentabelle und des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes, erläutern und Ihnen zeigen, wie Sie potenzielle Fallstricke vermeiden können.

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Grundlagen der Rechtsanwaltskosten

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass die Höhe der Rechtsanwaltskosten in Deutschland in der Regel durch das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt ist. Das RVG legt fest, welche Gebühren Anwälte für ihre Tätigkeiten verlangen dürfen. Die Gebühren richten sich in der Regel nach dem Streitwert, das heißt, dem wirtschaftlichen Wert, um den in einem Rechtsstreit gestritten wird. Darüber hinaus können Anwälte und Mandanten auch individuelle Vergütungsvereinbarungen treffen, die von den gesetzlichen Regelungen abweichen. Details können Sie über meinen RVG Rechner ermitteln.

Die verschiedenen Gebührentypen für Rechtsanwälte

Es gibt verschiedene Arten von Gebühren, die bei der Beauftragung eines Anwalts anfallen können. Dazu zählen:

  • Beratungsgebühr: Diese wird für eine Erstberatung fällig und ist gesetzlich gedeckelt. Für Verbraucher beträgt sie maximal 190 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und Auslagenpauschale.
  • Geschäftsgebühr: Diese Gebühr fällt für die außergerichtliche Vertretung durch den Anwalt an. Ihre Höhe richtet sich nach dem Streitwert und der Schwierigkeit des Falls.
  • Verfahrensgebühr: Diese Gebühr ist für die Vertretung in einem gerichtlichen Verfahren vorgesehen und ebenfalls streitwertabhängig.
  • Terminsgebühr: Fällt für die Teilnahme des Anwalts an Gerichtsterminen an.
  • Einigungsgebühr: Diese wird fällig, wenn sich die Parteien im Laufe eines Rechtsstreits auf einen Vergleich einigen.

Streitwert und Gebührenberechnung

Wie bereits erwähnt, ist der Streitwert ein wesentlicher Faktor für die Berechnung der Rechtsanwaltskosten. Je höher der Streitwert, desto höher sind auch die anfallenden Gebühren. Die genaue Berechnung der Gebühren erfolgt anhand einer sogenannten Gebührentabelle, die im RVG enthalten ist. Für jeden Gebührentyp gibt es eine eigene Tabelle, die auf der Basis des Streitwerts die entsprechenden Gebühren ausweist.

Streitwertermittlung

Die Ermittlung des Streitwerts ist von entscheidender Bedeutung, da sie die Grundlage für die Gebührenberechnung bildet. Der Streitwert bemisst sich in der Regel nach dem wirtschaftlichen Interesse, das die Parteien am Ausgang des Rechtsstreits haben. In einigen Fällen, wie beispielsweise bei Unterhalts- oder Mietstreitigkeiten, gibt es spezielle Regelungen zur Streitwertberechnung. Es ist wichtig, den Streitwert möglichst realistisch einzuschätzen, um nicht unnötig hohe Gebühren zu verursachen. Im Erbstreit spielt beispielsweise der Erbanteil eine entscheidende Rolle, ermittelbar über meinen Erbrechner.

Gebührentabelle und Gebührenrahmen

Die Gebührentabelle im RVG weist für jeden Gebührentyp und jeden Streitwert die entsprechenden Gebühren aus. Dabei handelt es sich um sogenannte Gebührenrahmen, die aus mehreren Gebührensätzen bestehen. Innerhalb dieses Rahmens hat der Anwalt die Möglichkeit, die Gebühren nach billigem Ermessen und unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls festzusetzen. Faktoren wie die Schwierigkeit des Falles, der Zeitaufwand und die Bedeutung der Angelegenheit für den Mandanten können dabei eine Rolle spielen.

Mehrwertsteuer und Auslagen

Zu den Rechtsanwaltskosten gehören neben den Gebühren nach dem RVG auch die Mehrwertsteuer und eventuelle Auslagen. Die Mehrwertsteuer beträgt in der Regel 19% und wird auf die Gebühren aufgeschlagen. Auslagen können beispielsweise für die Anforderung von Akten, die Zustellung von Schriftstücken oder die Beauftragung von Sachverständigen entstehen. Diese Kosten werden in der Regel gesondert berechnet und sind ebenfalls vom Mandanten zu tragen.

Anwaltliche Vergütungsvereinbarungen

Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Gebühren nach dem RVG können Anwälte und Mandanten auch individuelle Vergütungsvereinbarungen treffen. Solche Vereinbarungen können zum Beispiel die Vereinbarung eines Stundensatzes oder eines Pauschalhonorars beinhalten. Bei der Vereinbarung eines Stundensatzes ist darauf zu achten, dass die tatsächlichen Stunden, die der Anwalt für den Fall aufwendet, dokumentiert und transparent dargelegt werden. Pauschalhonorare können insbesondere bei überschaubaren und klar abgrenzbaren Fällen von Vorteil sein. Allerdings sind individuelle Vergütungsvereinbarungen in bestimmten Fällen, wie etwa bei Erstberatungen oder Pflichtverteidigungen, gesetzlich ausgeschlossen oder eingeschränkt.

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Kostenvorschüsse und Rechnungsstellung

In der Regel verlangen Anwälte von ihren Mandanten einen Kostenvorschuss, bevor sie ihre Tätigkeit aufnehmen. Dieser Vorschuss dient dazu, die voraussichtlichen Gebühren und Auslagen abzudecken und soll sicherstellen, dass der Anwalt für seine Leistungen auch entlohnt wird. Der Umfang des Kostenvorschusses kann je nach Streitwert und voraussichtlichem Aufwand variieren. Es ist empfehlenswert, den Kostenvorschuss und die damit verbundenen Zahlungsmodalitäten im Rahmen der Mandatsvereinbarung zu regeln.

Rechtsanwaltskosten

Rechtsanwaltskosten im Zivilrecht

Bei zivilrechtlichen Streitigkeiten ist es wichtig zu wissen, dass die unterliegende Partei in der Regel die Kosten des Rechtsstreits trägt. Dies umfasst sowohl die eigenen Anwaltskosten als auch die der Gegenseite sowie die Gerichtskosten. In manchen Fällen, zum Beispiel bei einem Vergleich, kann auch eine hälftige Kostenteilung vereinbart werden. Um die Kosten im Rahmen zu halten, sollte man stets eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse durchführen und auch die Möglichkeit einer außergerichtlichen Einigung in Betracht ziehen.

Rechtsanwaltskosten im Strafrecht

Im Strafrecht fallen Rechtsanwaltskosten sowohl für die Verteidigung als auch für die Vertretung von Opfern und Nebenklägern an. Die Gebührenberechnung im Strafrecht unterscheidet sich von der im Zivilrecht, da hier keine streitwertabhängigen Gebühren anfallen. Stattdessen werden im Strafrecht Rahmengebühren festgelegt, die sich nach der Bedeutung und Schwierigkeit des Falls richten. Pflichtverteidiger, die vom Gericht bestellt werden, erhalten ebenfalls Gebühren nach dem RVG.

Rechtsanwaltskosten im Verwaltungsrecht

Im Verwaltungsrecht, das beispielsweise Baurecht, Ausländerrecht oder Sozialrecht umfasst, fallen ebenfalls Rechtsanwaltskosten an. Die Gebührenberechnung erfolgt hier ähnlich wie im Zivilrecht, allerdings sind die Gerichtskosten im Verwaltungsrecht in der Regel geringer. Auch hier gilt, dass die unterliegende Partei die Kosten des Rechtsstreits trägt, es sei denn, eine andere Kostenverteilung wird festgelegt.

Prozesskostenrechner

Um sich vorab ein Bild von den zu erwartenden Kosten zu machen, können Sie einen Prozesskostenrechner verwenden. Diese Rechner ermöglichen es Ihnen, die voraussichtlichen Kosten für einen Rechtsstreit auf Basis des Streitwerts und der anfallenden Gebühren zu ermitteln. Beachten Sie jedoch, dass Prozesskostenrechner nur eine Schätzung bieten und die tatsächlichen Kosten von verschiedenen Faktoren abhängig sind, wie zum Beispiel dem Umfang der anwaltlichen Tätigkeit und etwaigen individuellen Vergütungsvereinbarungen.

Kostenbewusst handeln und Beratungshilfe

Um die Rechtsanwaltskosten möglichst gering zu halten, sollten Sie stets eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse durchführen und prüfen, ob eine außergerichtliche Einigung oder Mediation möglich ist. Sollten Sie sich die Kosten für einen Anwalt nicht leisten können, gibt es in Deutschland die Möglichkeit, Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe in Anspruch zu nehmen. Hierbei übernimmt der Staat ganz oder teilweise die Kosten für die anwaltliche Vertretung, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, wie zum Beispiel eine geringe finanzielle Belastbarkeit.

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Die Informationen auf dieser Seite sind sorgfältig recherchiert und zusammengetragen. Folgende Quellen und weiterführende Literatur empfehle ich im Kontext Rechtsanwaltskosten:

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