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Notarkostenrechner: Notarkosten für Grundstückskauf berechnen

Bild Dr. jur. Stephan SeitzAutor:
Zuletzt aktualisiert: 5. Dezember 2023
Bitte beachten: Rechtliche Hinweise

Der Kauf eines Grundstücks ist ein wichtiger Schritt, der sorgfältig geplant und durchgeführt werden sollte. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei der Notar, der den Kaufvertrag beurkundet und für die rechtskonforme Abwicklung sorgt. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen einen Überblick über die anfallenden Notarkosten beim Grundstückskauf geben.

Rolle des Notars beim Grundstückskauf

Der Notar ist ein unparteiischer Rechtsanwalt, der für die Beurkundung von Rechtsgeschäften, wie beispielsweise den Kauf eines Grundstücks, zuständig ist. Dabei hat der Notar eine wichtige Funktion, da er die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen sicherstellt und beide Vertragsparteien rechtlich berät. Ohne notarielle Beurkundung ist der Grundstückskaufvertrag nicht wirksam. Notare sind zudem für die Eintragung im Grundbuch zuständig, die den Besitzwechsel des Grundstücks rechtlich absichert.

Berechnungsgrundlage für Notarkosten

Die Notarkosten werden auf Grundlage der Kostenordnung für Notare berechnet. Diese legt für unterschiedliche Geschäftswerte feste Gebührensätze fest. Beim Grundstückskauf ist der Geschäftswert in der Regel der Kaufpreis des Grundstücks. Ausnahmen können beispielsweise bei Erbbaurechten oder Nießbrauchsrechten bestehen. Die Notargebühren sind gesetzlich festgelegt und daher für alle Notare gleich. Es gibt keinen Spielraum für Verhandlungen oder Preisabsprachen.

Beurkundung des Kaufvertrags

Eine der Hauptaufgaben des Notars beim Grundstückskauf ist die Beurkundung des Kaufvertrags. Dabei prüft der Notar zunächst den Inhalt des Vertrags, erläutert den Vertragsparteien die rechtlichen Folgen und berät sie hinsichtlich eventueller Risiken. Anschließend liest der Notar den Vertrag laut vor und stellt sicher, dass beide Parteien den Inhalt des Vertrags verstanden haben und mit den Regelungen einverstanden sind. Erst dann können die Vertragsparteien den Vertrag unterzeichnen. Für die Beurkundung des Kaufvertrags fallen Gebühren nach der Kostenordnung an.

Grundbucheintragung und Auflassungsvormerkung

Neben der Beurkundung des Kaufvertrags ist der Notar für die Eintragung des Eigentümerwechsels im Grundbuch zuständig. Dazu beantragt der Notar die sogenannte Auflassungsvormerkung beim Grundbuchamt. Diese schützt den Käufer vor möglichen nachteiligen Veränderungen im Grundbuch, wie beispielsweise der Eintragung von Grundpfandrechten durch den Verkäufer. Die Auflassungsvormerkung verhindert solche Eintragungen und sichert somit die Rechtsposition des Käufers. Für die Beantragung der Auflassungsvormerkung und die anschließende Grundbucheintragung fallen weitere Notargebühren an.

Grundstückskauf

Nebenkosten und Auslagen

Zusätzlich zu den Gebühren für die Beurkundung des Kaufvertrags und die Grundbucheintragung können weitere Nebenkosten und Auslagen anfallen. Dazu gehören beispielsweise die Kosten für die Beglaubigung von Unterschriften und Abschriften des Kaufvertrags, die Gebühren für die Einsichtnahme in das Grundbuch oder die Kosten für die Anforderung von Grundbuchauszügen. Diese Auslagen sind in der Regel überschaubar, sollten aber dennoch bei der Kalkulation der Gesamtkosten berücksichtigt werden.

Umschreibung von Grundpfandrechten

Oftmals ist der Grundstückskauf mit der Aufnahme eines Darlehens zur Finanzierung des Kaufpreises verbunden. In solchen Fällen müssen die Grundpfandrechte, wie beispielsweise Grundschulden oder Hypotheken, im Grundbuch umgeschrieben werden. Dies ist ebenfalls eine Aufgabe des Notars und verursacht zusätzliche Kosten. Die Gebühren für die Umschreibung von Grundpfandrechten richten sich nach dem Geschäftswert der Sicherheiten und werden ebenfalls nach der Kostenordnung berechnet.

Gebührenübersicht und Beispielsrechnung

Um einen besseren Überblick über die anfallenden Notarkosten beim Grundstückskauf zu geben, folgt nun eine beispielhafte Übersicht der Gebühren. Eine genauere Berechnung der Notarkosten ist über meinen Notarkostenrechner möglich.

  • Beurkundung des Kaufvertrags: 1,0 Gebührensatz nach KostO (abhängig vom Geschäftswert)
  • Grundbucheintragung: 1,0 Gebührensatz nach KostO (abhängig vom Geschäftswert)
  • Auflassungsvormerkung: 0,5 Gebührensatz nach KostO (abhängig vom Geschäftswert)
  • Umschreibung von Grundpfandrechten: 1,0 Gebührensatz nach KostO (abhängig vom Geschäftswert der Sicherheiten)
  • Nebenkosten und Auslagen: variabel

Angenommen, der Kaufpreis eines Grundstücks beträgt 200.000 Euro und es müssen Grundpfandrechte in Höhe von 150.000 Euro umgeschrieben werden. In diesem Fall würden sich die Notarkosten wie folgt zusammensetzen:

  • Beurkundung des Kaufvertrags: ca. 1.000 Euro
  • Grundbucheintragung: ca. 1.000 Euro
  • Auflassungsvormerkung: ca. 500 Euro
  • Umschreibung von Grundpfandrechten: ca. 750 Euro
  • Nebenkosten und Auslagen: ca. 200 Euro
  • Gesamtkosten: ca. 3.450 Euro

Fazit zu Notarkosten beim Grundstückskauf

Die Notarkosten beim Grundstückskauf sind ein wichtiger Kostenfaktor, der bei der Planung der Gesamtfinanzierung berücksichtigt werden sollte. Sie setzen sich aus verschiedenen Gebühren und Auslagen zusammen, die in Abhängigkeit vom Geschäftswert und den individuellen Umständen des Kaufs variieren können. Der Notar hat eine zentrale Rolle beim Grundstückskauf, da er für die rechtskonforme Beurkundung des Kaufvertrags, die Grundbucheintragung und die Umschreibung von Grundpfandrechten verantwortlich ist.

Es ist wichtig, sich vor dem Kauf eines Grundstücks über die anfallenden Notarkosten zu informieren und diese in die Gesamtkosten einzurechnen. Dabei sollten Käufer und Verkäufer darauf achten, dass sie sich für einen qualifizierten und erfahrenen Notar entscheiden, der sie kompetent berät und ihre Interessen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben vertritt.

Insgesamt sind die Notarkosten beim Grundstückskauf ein notwendiger und sinnvoller Aufwand, um eine rechtskonforme und sichere Abwicklung des Kaufs zu gewährleisten. Sie schützen die Interessen beider Vertragsparteien und sorgen für Rechtssicherheit beim Eigentumsübergang.

Notarkosten Grundstückskauf: Quellenangaben und weiterführende Literatur

Die Informationen auf dieser Seite sind sorgfältig recherchiert und zusammengetragen. Folgende Quellen und weiterführende Literatur empfehle ich im Kontext Notarkosten Grundstückskauf:

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