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Notarkosten berechnen: Aufgaben, Gebühren und Relevanz für Immobilien- und Grundstückskäufe sowie GmbH-Gründungen

Bild Dr. jur. Stephan SeitzAutor:
Zuletzt aktualisiert: 27. November 2023
Bitte beachten: Rechtliche Hinweise

Der Notar ist ein unverzichtbarer Akteur im deutschen Rechtssystem, der für die Beurkundung und Beglaubigung von Rechtsgeschäften zuständig ist. In diesem Beitrag erläutere ich die generellen Aufgaben eines Notars, gefolgt von einer Darstellung der Notargebühren und -kosten für spezifische Geschäfte wie Immobilien- und Grundstückskäufe sowie die Gründung einer GmbH. Schließlich erörte ich die Frage, ob die Kosten für einen Notar gerechtfertigt sind.

Die generellen Aufgaben eines Notars

Notare sind Träger eines öffentlichen Amtes und unterliegen der staatlichen Aufsicht. Sie haben die Aufgabe, Rechtsgeschäfte unparteiisch und objektiv zu beurkunden und zu beglaubigen. Die Hauptaufgaben eines Notars umfassen:

  • Beurkundung von Rechtsgeschäften: Notare erstellen und beurkunden Verträge, Erklärungen und andere Rechtsgeschäfte. Dabei achten sie darauf, dass die beteiligten Parteien den rechtlichen Rahmen einhalten und dass ihre Willenserklärungen klar und eindeutig sind.
  • Beglaubigung von Unterschriften: Notare beglaubigen Unterschriften auf Dokumenten, um deren Echtheit zu bestätigen.
  • Beratung und Aufklärung: Notare beraten und klären die beteiligten Parteien über die rechtlichen Folgen ihrer Handlungen auf. Sie sorgen dafür, dass die Parteien ihre Rechte und Pflichten kennen und verstehen.
  • Aufbewahrung von Urkunden: Notare sind verpflichtet, die von ihnen erstellten Urkunden aufzubewahren und auf Anfrage Ausfertigungen oder Abschriften an die Beteiligten auszuhändigen.

Notargebühren: Allgemeine Grundsätze

Die Notargebühren in Deutschland sind gesetzlich geregelt und richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Die Höhe der Gebühren ist abhängig vom Geschäftswert des jeweiligen Rechtsgeschäfts. Das bedeutet, dass die Kosten für die notarielle Tätigkeit bei höheren Geschäftswerten auch höher ausfallen. Die Notargebühren sollen so gestaltet sein, dass sie den Aufwand des Notars angemessen vergüten, ohne die Beteiligten unverhältnismäßig zu belasten.

Die gesetzliche Regelung der Notargebühren hat mehrere Gründe. Zum einen soll sie Transparenz und Vergleichbarkeit gewährleisten. Da die Gebühren nach einem festen Tarif berechnet werden, können die Beteiligten bereits im Vorfeld abschätzen, welche Kosten auf sie zukommen. Dies schafft Klarheit und ermöglicht es den Beteiligten, sich auf die anfallenden Kosten einzustellen.

Zum anderen soll die gesetzliche Regelung Wettbewerbsverzerrungen verhindern. Indem die Gebühren gesetzlich festgelegt sind, wird sichergestellt, dass Notare keine willkürlichen Preise verlangen und so in unlauteren Wettbewerb treten. Dies schützt sowohl die Beteiligten als auch die Notare selbst, indem ein fairer und einheitlicher Gebührenrahmen geschaffen wird.

Darüber hinaus sind die Notargebühren so konzipiert, dass sie den tatsächlichen Aufwand des Notars berücksichtigen. Die Gebührenstaffelung erfolgt nach dem Geschäftswert, da dieser in der Regel als Indikator für die Komplexität und den Umfang des Rechtsgeschäfts herangezogen werden kann. Bei höheren Geschäftswerten gehen häufig auch umfangreichere Prüfungen, Beratungen und Dokumentationen einher, weshalb auch höhere Gebühren gerechtfertigt sind.

Gleichzeitig wird durch die gesetzliche Gebührenordnung darauf geachtet, dass die Notargebühren sozial verträglich gestaltet sind. Es soll vermieden werden, dass die Kosten für notarielle Dienstleistungen unverhältnismäßig hoch ausfallen und dadurch eine Hürde für die Durchführung von Rechtsgeschäften darstellen. Die Gebühren sollen auch für weniger vermögende Beteiligte erschwinglich sein, um den Zugang zu notariellen Dienstleistungen zu gewährleisten.

Schließlich dient die gesetzliche Regelung der Notargebühren auch der Sicherung eines angemessenen Einkommens für die Notare. Da Notare ein öffentliches Amt ausüben und besondere Verantwortung tragen, soll die Gebührenordnung sicherstellen, dass sie für ihre Tätigkeit angemessen entlohnt werden. Dies trägt dazu bei, dass Notare ihre Aufgaben sorgfältig und gewissenhaft ausüben und sich kontinuierlich fortbilden, um stets auf dem neuesten Stand der Rechtsprechung und Gesetzgebung zu bleiben.

Notarkosten für einen Immobilienkauf

Beim Kauf einer Immobilie ist die Beurkundung durch einen Notar zwingend vorgeschrieben. Der Notar kümmert sich um die Erstellung des Kaufvertrags, die Aufklärung der Vertragsparteien und die Eintragung des Käufers als neuen Eigentümer im Grundbuch. Die Notarkosten beim Immobilienkauf setzen sich aus folgenden Positionen zusammen:

  • Beurkundung des Kaufvertrags: Die Gebühren für die Beurkundung des Kaufvertrags richten sich nach dem Kaufpreis der Immobilie. Je höher der Kaufpreis, desto höher sind die Gebühren.
  • Grundbuchgebühren: Zusätzlich zur Beurkundung fallen Gebühren für die Eintragung des Käufers als neuen Eigentümer im Grundbuch an. Diese Gebühren sind unabhängig vom Notar und werden vom Grundbuchamt erhoben.
  • Beratung und Aufklärung: Die Kosten für die notarielle Beratung und Aufklärung der Vertragsparteien sind ebenfalls in den Notargebühren enthalten.
  • Beglaubigung von Unterschriften und Vollmachten: Falls erforderlich, können weitere Kosten für die Beglaubigung von Unterschriften und Vollmachten entstehen.
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Notarkosten für einen Grundstückskauf

Ähnlich wie bei einem Immobilienkauf fallen auch beim Kauf eines Grundstücks Notarkosten an. Die Beurkundung des Grundstückskaufvertrags ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Notarkosten setzen sich aus den gleichen Positionen wie beim Immobilienkauf zusammen, wobei sich die Gebühren für die Beurkundung nach dem Kaufpreis des Grundstücks richten.

Notarkosten für eine GmbH-Gründung

Die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) erfordert ebenfalls die Beurkundung durch einen Notar. Die Notarkosten bei einer GmbH-Gründung setzen sich aus folgenden Positionen zusammen:

  • Beurkundung des Gesellschaftsvertrags: Die Gebühren für die Beurkundung des Gesellschaftsvertrags richten sich nach dem Stammkapital der GmbH. Je höher das Stammkapital, desto höher sind die Gebühren.
  • Eintragung im Handelsregister: Für die Eintragung der GmbH im Handelsregister fallen zusätzlich Gebühren an, die vom Registergericht erhoben werden.
  • Beratung und Aufklärung: Die Kosten für die notarielle Beratung und Aufklärung der Gesellschafter sind ebenfalls in den Notargebühren enthalten.
  • Beglaubigung von Unterschriften und Vollmachten: Falls erforderlich, können weitere Kosten für die Beglaubigung von Unterschriften und Vollmachten entstehen.

Warum sind die Kosten für einen Notar gerechtfertigt?

Die Kosten für einen Notar mögen auf den ersten Blick hoch erscheinen, jedoch sind sie durch verschiedene Faktoren gerechtfertigt:

  • Rechtssicherheit: Die notarielle Beurkundung und Beglaubigung von Rechtsgeschäften gewährleisten eine hohe Rechtssicherheit. Durch die professionelle Prüfung und Beratung des Notars werden mögliche Streitigkeiten und Rechtsstreite vermieden.
  • Unparteilichkeit und Neutralität: Notare sind unabhängige und neutrale Amtsträger, die die Interessen aller beteiligten Parteien wahren und ausgleichen. Sie tragen zur fairen Gestaltung von Rechtsgeschäften bei.
  • Qualifikation und Fachwissen: Notare verfügen über eine umfangreiche juristische Ausbildung und Fachwissen in verschiedenen Rechtsgebieten. Durch ihre Expertise stellen sie sicher, dass Rechtsgeschäfte korrekt und rechtssicher abgewickelt werden.
  • Haftung: Im Falle von Fehlern oder Versäumnissen in der notariellen Tätigkeit haften Notare für Schäden, die den beteiligten Parteien entstehen. Diese Haftung dient als zusätzliche Sicherheit für die Beteiligten.
  • Gesetzliche Gebührenordnung: Die Notargebühren sind gesetzlich geregelt und orientieren sich am Geschäftswert des jeweiligen Rechtsgeschäfts. Dies stellt eine transparente und nachvollziehbare Kostenstruktur sicher.

Zusammenfassung zum Notar und Notarkosten

Notare spielen eine zentrale Rolle im deutschen Rechtssystem. Ihre Aufgaben umfassen die Beurkundung und Beglaubigung von Rechtsgeschäften, die Beratung und Aufklärung der beteiligten Parteien sowie die Aufbewahrung von Urkunden. Die Notargebühren sind gesetzlich geregelt und orientieren sich am Geschäftswert des jeweiligen Rechtsgeschäfts. Bei Immobilien- und Grundstückskäufen sowie bei der Gründung einer GmbH entstehen Notarkosten, die unter anderem die Beurkundung, Beratung und Beglaubigung abdecken.

Die Kosten für einen Notar sind durch die hohe Rechtssicherheit, Unparteilichkeit und Neutralität, Qualifikation und Fachwissen sowie die gesetzliche Gebührenordnung gerechtfertigt. Die Inanspruchnahme notarieller Dienstleistungen bietet den beteiligten Parteien Schutz und Sicherheit bei der Abwicklung von Rechtsgeschäften.

Notar: Quellenangaben und weiterführende Literatur

Die Informationen auf dieser Seite sind sorgfältig recherchiert und zusammengetragen. Folgende Quellen und weiterführende Literatur empfehle ich im Kontext Notar:

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